Rollkur am Abreiteplatz

By | Juni 4, 2014

Die Rollkur ist eine umstrittene Trainingsmethode, die vor allem beim Spring-, Western- und Dressurreiten auf Trainings- sowie Abreiteplätzen eingesetzt wird. Tierschützer und Tiermediziner raten dringend dazu, die Rollkur zu verbieten, weil sie erhebliche gesundheitliche Schäden an dem Tier verursachen kann.

Was geschieht bei der Rollkur?

Bei dieser Trainingsmethode wird das Pferd mithilfe eines extremen Einsatzes der Zügel dazu gezwungen, den Kopf über denn Hals soweit in Richtung Brust einzurollen, bis es sich in die Brust beißt. Der Hals wird dabei dermaßen überdehnt, dass das Pferd gezwungenermaßen den Kopf senkt. Über den Einsatz der Rollkur,wird seit 2006 heftig debattiert, was bislang noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führte.

Tierschützer fordern Verbot

Tierschützer und Tierärzte laufen Sturm gegen die Rollkur und plädieren für ein Verbot der brutalen Trainingsmethode, denn diese ist für das Pferd nicht nur sehr anstrengend und schmerzhaft, sondern kann auf längere Sicht zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen. Dass die Rollkur auch Hyperflexion, also Überdehnung das Halses genannt wird, zeigt schon, dass es für das Pferd sehr unangenehm sein muss. Es hat nicht nur fast unerträgliche Muskelschmerzen, sondern es besteht Verletzungsgefahr durch das Beißen in die Brust. Dass die auch auf lange Sicht zu gesundheitlichen Schäden wie Störungen im Bewegungsablauf führt, sollte jedem klar sein. Auch bedeutet diese Haltung für die Pferde Stress und führt zu einer Beeinträchtigung des Atems und Durchblutungsstörungen. Zudem sieht das Pferd in dieser Haltung so gut wie nichts, was Angst auslöst. Tierschützer beklagen somit, dass das Training auf Angst und Demut basiert, und dies darf nicht der Sinn des Reitsports sein. Statt als Sportgerät sollte der Reiter sein Pferd als seinen Partner sehen.

Die Schweiz als Vorreiter

Während sich der internationale Reitsporverband FEI mit einem Verbot der Rollkur noch schwer tut, geht die Schweiz eigene Wege. In die Alpenrepublik ist diese Trainingsmethode seit dem 1. Februar 2014 im Rahmen einer neuen Tierschutzverordnung verboten. Der Schweizer Bundesrat beschloss neue Bestimmungen zur Tierhaltung und zum Umgang mit Tieren, die nun ohne Übergangsfristen gültig sind. Es bleibt zu hoffen, dass der FEI diesem positiven Beispiel bald folgen und dieser Art der Tierquälerei schnellst möglich ein Ende bereiten wird.


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